Die eigene Medizin schmeckt bitter.

Man man man. Eigentlich wollte ich mich vernünftig auf die erste Supportblock Auswärtsfahrt vorbereiten. Mit Soundtrack, Fachwissen, Routenplan und so weiter. Stattdessen feiere ich einen Geburtstag bis nachts um drei und schmier mir nicht mal Brötchen. Toller Reiseleiter.

Abfahrt 06:00 Uhr. In aller Hergottsfrühe quäle ich mich also aus dem Bett und packe meine Sachen. Ab in die U Bahn und darüber sinniert was das heute wohl gibt. Malte hat schon den Bus klar gemacht und die Getränke und Fahnen werden verladen. Ich husche noch fix ins Fahnenlager und hole was noch fehlt. Abfahrt erfolgt dann Plangemäß und wir müssen auch nur noch einen Nachzügler der verschlafen hat unterwegs einsammeln.

Unser Busfahrer Louis ist einer der coolsten Typen seiner Zunft. Stellt sich kurz vor. Sagt dass er nicht „Herr Busfahrer sondern Louis heißt“ und stellt von Anfang an klar, dass er nur Gewinner nach Hause fährt. Ich mache meine übliche Ansage und wir ackern durch die Bundesländer. An der Raste Grundbergsee machen wir dann den ersten Halt, decken uns kurz ein und weiter geht’s. Gute Truppe macht Spaß.

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Willi macht das allseits beliebte Busquiz mit Preisen die ihres gleichen suchen. Ich freu mich scheckig, nehm außer der Wertung teil und werde theoretisch zweiter. Guter Start. Nach der Auswertung kommt raus: Gewinne genau zielgruppengerecht eingekauft. Die letzten beiden Plätze bekommen eine Dose Faxe (je) und können ihr mangelndes Wissen bei schalem Bier betrauern. Erster und zweiter Platz werden verteilt und alle sind zufrieden. Naja im Bus werden Schieber Rufe laut, weil Mitorganisator Malte den ersten Preis gewonnen hat. Ich hoffe die SG Wattenscheid 09 Tasse bekommt einen Sonderplatz im Trophäenschrank oder in der Küche. Je nach dem. Auf der Raste noch einige andere getroffen und schnell ein Busquiz getauscht. Jens von der Breitseite hat immerhin 7 Punkte bekommen. Das ausm Stehgreif und binnen 3 Minuten. Nich übel, dafür, dass er bei der Breitseite ist. Malte macht das Tippspiel welches immerhin drei Teilnehmer gewinnen. Die entscheiden sich, dass der Supportblockkasse zu spenden. Danke dafür.

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Wir reiten in Düsseldorf ein und zahlen 15€ für einen Busparkplatz. Keine Toiletten… was da 15€ kostet weiß ich nicht. Das Team Green die auch wirklich noch Grün tragen müssen uns für die nachträglich anreisenden Hooligan Horden gehalten haben. Bei unserem Ungetüm von Bus kein Wunder. Der Herr Gruppenführer hing jedenfalls permanent an seiner Funke, unschlüssig was er tun sollte. Wir ließen uns nicht beirren, stiegen aus und begrüßten die schon anwesenden. Schnell noch die übrig gebliebenen Karten an Mann und Frau gebracht, lokale Bierverköstigung getestet und dann ab rein.

Der Ordnungsdienst in Düsseldorf war diesmal lobenswert entspannter als beim letzten mal, wenn auch ab und an etwas übervorsichtig. So musste ich zum Beispiel mit den 2m Fahnen diese nur einmal auf den Tisch packen, die Herren guckten mich und die Fahnen einmal an. Ende. Kein Abtasten, kein in den Fahnenstock gucken. Unsere Zaunsfahne dagegen wurde sogar ab“massiert“ aber immerhin danach wieder genauso zusammengelegt wie sie vorher war.

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Nach der ersten Kontrolle, der Personenkontrolle und dem Drehkreuz dann noch eine Kontrolle am Aufgang. Der Ordner guckt an mir herunter, sieht die Fahnen und fragt mich „Soll ich die jetzt alle kontrollieren?“ „Du wegen mir nich“ „Na dann geh durch, schönes Spiel“ Warum nicht immer so? Wir sind ziemlich früh da, erwischen gute Plätze und können das Spiel entspannt eingehen. Einsingen, Fahnen verteilen und los. Ich bin eigentlich kein Freund von solch turnhallenartigen Multifunktionsarenen mit angeschlossener Autobahnabfahrt, Hotel und Tiefgarage. Man muss der Esprit Arena allerdings lassen, dass wir gut standen und eine bessere Sicht als in diversen anderen Erst- und Zweitligastadien hatten. Negativ  aufgefallen sind die Zacken auf dem Zaun. Ich hab mir ja schon in Aalen alles auf und abgerissen, diesmal war Willi dran. Wer sowas aufstellt mag vieles im Sinn haben, das Wohlergehen der Fans sicherlich nicht.

Spiel geht los und wir singen und schwenken die Fahnen wie die Großen. Die ersten 20 Minuten hätten sogar dem auf Bali weilenden Äxl gefallen und folgerichtig fällt nach 21 Minuten das 1:0 durch Sebastian Meier. Eigentlich hätte Nöthe das Ding gemacht aber Giefer wehrt den ersten Schussversuch noch ab. Danach wird ein Gang zurück geschaltet. Naja was soll man machen. Danach ist Düsseldorf dichter am Ausgleich auch wenn wir ab und an noch vors Tor kommen, können wir froh sein, dass es nicht 1:1 zur Halbzeit steht. Halbzeit, Klönschnack, Altbier. Ich habe schon schlimmere Spiele verbracht. In der zweiten Halbzeit geht es dann munter weiter. Ich bin inzwischen schon etwas heiser vom singen und auch das Schwenken der Fahne geht in die Arme, aber es macht immer noch alles verdammt viel Spaß. Irgendwann verlagern wir uns auf das verwalten der Führung. Hätte es früher so vielleicht auch nicht gegeben. Wir schlagen Düsseldorf mit ihren eigenen Waffen und der Pfeiffkulisse und den Stimmen im Internet danach entnehme ich, dass die eigene Medizin immer am bittersten schmeckt. In der Nachspielzeit spielen wir dann den letzten Konter gut aus und machen das 2:0, in der 94. Minute. Im Block purzelt alles von oben nach unten. Mein Schuh ist komplett durchgeweicht und eine Bierkur für Glatze und Bart gabs auch. Schön. Nach dem Spiel noch die Mannschaft feiern, Relegation fordern, alles einsammeln und zurück zum Bus.

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Die Rückfahrt verläuft synchron zur Hinfahrt. Einige nickern, einige trinken Bier, alle sind einigermaßen zufrieden. Bei der Abfahrt wird noch Louis besungen, immerhin hat er ja vorher angekündigt nur Gewinner zu fahren. Die Tour verläuft gut, wir halten an diversen Rasten und Parkplätzen und treffen auf der letzten Raste wieder den Nord Support zum Ackermatch. Danke an alle Mitreisenden, den Fanladen der das für uns organisiert hat, Malte dass er alles mitorganisert hat, Gerd für die Getränkeorga und Louis dafür, dass er ein großartiger Fahrer war.

Danke fürs Lesen, Gruß und Kuss

Euer Johnny

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3 Gedanken zu „Die eigene Medizin schmeckt bitter.

  1. Pingback: Ab durch die Mitte – auswärts läufts wieder. #FCSP holt den Dreier in Düsseldorf | KleinerTods FC St. Pauli Blog

  2. Pingback: Linksammlung Düsseldorf, Vorbericht Ingolstadt « Sankt Pauli Province Fanatics

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