Berlin, Berlin… das ist also Berlin

„Tschüss Chef“Watt? Is gerade mal Mittag„Fußball“ Watt? Schon wieder?

Und wieder ein Montag und wieder Fußball. Eigentlich wollte ich schon früher ins Olympiastadion, nur um das auf meiner Liste mal abzuhaken. Leider hat sich bisher die Gelegenheit nicht geboten und auch diese Saison sah es eher mau aus, jedoch bekam ich von einem Bekannten dann eine Woche vorher noch eine Karte mit Busfahrt angeboten, so dass es doch noch möglich war.

Aber diese Montage… ist noch gar nicht so lange her, dass ich mich darüber mal ausgelassen habe. Nun also zum Top Spiel nach Berlin. 14 Uhr war Abfahrt der Fanladen Busse also durfte ich bereits 12 Uhr Feierabend machen (Halber Tag Urlaub) zum einkaufen fahren, die Mitbewohnerin bitten, mir Brote zu schmieren und nach Hause umziehen. Zum Glück hatte ich von zu Hause nur einen kurzen Fußweg.

Am Treffpunkt noch fix das obligatorische Sektfrühstück alleine vernascht und die Busfahrkarte getauscht, sehr zum Leidwesen der Fanladencrew aber ging ja nicht anders. Ich bin diesmal allein gereist und wollte ganz gerne bei Leuten sitzen die ich kannte. Also Nord Support und Breitseite ,allein schon wegen dem Bus Quiz bei dem ich bereits einmal den letzten Platz belegte, erspäht und ab dafür.

Die Fahrt verlief unspektakulär und der Busfahrer, Pfeiferaucher, war angenehm ruhig und entspannt. Keine Blümchen Dauerbeschallung sondern angenehme Musik, könnte heute also was werden, das schlimmste war eher eine Nena CD. In Berlin angekommen ging es dann relativ ruihg und unspektakulär zum Olympiastadion. Von aussen schon imposant.

Lautsprecheranlage am Eingang defekt, so dass sich die Ansagen eher anhörten wie eine zerkratzte CD. Was auch immer man uns sagen wollte es kam nur „Liebe… … …Einlass… … außerdem… … danke….. … Spaß….“ Insgsamt konnte man das vielleicht als angenehmes Omen für den Abend sehen, hat nur leider nicht geklappt. Hinter der elektronischen Einlasskontrolle dann die ersten Ordner, alle noch nett und freundlich, Mütze ab, einmal in den Beutel gucken und danke, ab dafür. Dann der Eingang zum Block, zweite KontrolleDie wissen schon, warum die hier draussen auch Bier und Wurst verkaufen, dauert ja ewich hia“ Nochmal die ganze Kontrollprozedur, nur etwas intensiver.

Abgang in den Unterrang, man wollte ja seine Zaunsfahne aufhängen. Noch ne Kontrolle. „Ich dacht nur in Ost Balin ham wa datt so mit die Kontrolle, wa„. Unten angekommen hatte man die Wahl ob man seine Zaunfahne abgibt und aufhängen lässt oder man die selber an der Umrandung aufhängt. Zwischen „Steh“Plätzen und Laufbahn war nämlich nochmal ein undgefähr 2m tiefer Graben. Die Betonmauer war so nass und hatte keine Möglichkeiten Bänder aufzunehmen, dass meine mitgebrachte Taperolle sich sehr schnell entleerte. Letzen Endes aber egal, da einige von dem Angebot der Ordner Gebrauch machten, die Fahnen an der Plexiglas Scheibe vor dem Graben aufzuhängen. Blöd nur, dass andere davon überdeckt wurden.

Kurz vor dem Spiel noch eine Trauerminute für den verstorbenen Alex Alves. Wir wurden vor dem Spiel darauf hingewiesen und diese Trauerbekundung hat meines Erachtens nach gut geklappt. Da wir bei uns im Falle einer Schweigeminute um Ruhe bitten ist es nur gut und billig sich gerade bei solchen traurigen Anlässen fair zu verhalten. Nach Ende der Schweigeminute ging es aber unvermindert weiter, wurde sich ja auch vorher bereits eingesungen. Anpfiff und ein „Flitzer“. Der bereits bekannte Jimmy Jump gab sich die Ehre und drehte eine kleine Runde. Ist ja auch am Millerntor schon vorgekommen mal sehen was der DFB sich diesmal einfallen lässt. Den Verbannten gedacht und los ging es.

Kommen wir zum Spiel. War wenig zu sehen. Also optisch. Unterrang etwas weiter unten und die riesige blaue Laufbahn taten ihr übriges. Dafür, dass einige Stammkräfte fehlten gefiel mir das alles doch sehr sehr gut. Man verteidigte hinten gut und wenn doch etwas durchrutschte war Tschauner zur Stelle. Sing Sang mal lauter, mal leiser, aber ich denke alles in allem okay. Toiletten waren reichlich vorhanden und auch beim pinkeln traf man auch reichlich Bekannte. Bier holen, Calrsberg „Limited“, gestaltete sich als mitunter schwierig. Viele Leute wenig Kioske.  Die Wurst ist die schlimmste Stadionwurst die ich bisher aß. Labbriges Brötchen und die Wurst wirkte, als hätte man Schlamm im Mund. Mindestens ebenso nervig war die Werbung im Stadion. Besonders zynisch, bei einer Verletzungspause wurde Apothekenwerbung eingeblendet… naja ob das sein muss?

Den Anpfiff zur zweiten Halbzeit und damit auch verbunden einige schöne Szenen musste ich aus dem Mittelrang verfolgen da besagte Kiosk Situation zu sehr langen Schlangen geführt hat. Das Endergebnis kennen wir, 0:1 nach 84 Minuten. Die Beschallung der „Tor Hymne“ haben wir gut mitbekommen denn genau über dem Gästeblock hingen drei riesige Lautsprechern, andersowo geht das als Lärmbelästigung und akustische Umweltverschmutzung durch. Einige schöne Rettungstaten von Tschauner, Kopfball auf der Linie von Gogia, Fast der Ausgleich durch Schachter, Abpfiff. Man kann der Manschaft nicht böse sein bei Hertha zu verlieren und alles in allem war das Ergebnis denke ich okay. Dann runter und den Lappen abnehmen, dabei kam die Manschaft um sich zu verabschieden.

Große Geste von Sebastian Schachten, zieht sich sein Trikot aus, reicht es über den Graben der jungen Dame neben mir mit den Worten „Damit ihr wenigstens was mit nach Hause nehmt.“. Gesungen und Mannschaft beklatscht und dann los. Vielleicht ist es ein bisschen Romantik aber ich glaube auch bei einigen bereits erfahrenen Spielern löst es immer noch so etwas wie Freude und Erstaunen aus, dass trotz einer Niederlage so zur Manschaft gehalten wird. Gerade Florian Kringe, der wieder ein gutes Spiel abgeliefert hat schien beeindruckt. Oder müde…

Dann wieder raus und zum Bus. Auch an den Aussenständen wurde Bier in Pfandbechern verkauft. Fuchsig, bei 2 Euro Pfand kann man vielleicht noch ne Mark machen. Direkt am Stadion, innerhalb des umzäunten Geländes, dann die ersten Polizeikräfte. Wen die da beeindrucken wollten erschießt sich mir nicht. Draussen dafür kaum welche. Das diese Taktik nicht aufging solle sich etwa 50m weiter beweisen, als an der Bahnhaltestelle sich scheinbar Berlins Abschaum sammelte um Stress zu machen. Rassistische Parolen machten die Runde und erste Behelmte mit Hunden liefen hektisch hin und her. Es ist wahrscheinlich eher der Überraschung und der Besonnheit einzelner zu verdanken, dass es da nicht direkt geknallt hat.

Ab in Bus, erste Raste angesteuert und dann nach Hause. Das irgendwelche Mitfahrer meinten den Bus warten zu lassen weil sie über eine halbe Stunde bei McDonalds waren hat meinen Repekt vor der Fanladencrew noch wachsen lassen die, trotz des Kindergartens den sie da durch die Republik kutschieren, meistens immer noch einigermaßen ruhig und entspannt sind. Dann in eins durchfahren nach Hause, Französichen Modefilm gucken und um vier dann ins Bett fallen. Dienstag ist ja wieder Werktag.

Danke fürs Lesen und wir sehen uns hoffentlich gegen den MSV Duisburg am Sonntag.

Johnny vom OSTBLOCK

Blogs und Fotos:

stpauli.nu Berlinfahrerinnen

Fotos von Hertha

Breitseite „Deutsche, wehrt Euch! Geht nicht zu Sankt Pauli!“.

 

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4 Gedanken zu „Berlin, Berlin… das ist also Berlin

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